Mit dem Tretauto zum Übungsfeuer

Das Feuerwehrgerätehaus Vlotho-Bonneberg war am vergangenen Samstag fest in Kinderhand.  Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier und ihre beiden Stellvertreter, Fabian Stadelmann und Michael Huß, hatten zum 1. Kinderfeuerwehr-Erlebnistag eingeladen. 63 „Löschbambinis“ - sie waren aus dem gesamten Kreisgebiet auf den Bonneberg gekommen – vergnügten sich an zehn Stationen. „Der Bezug zur Feuerwehr war uns wichtig“, sagte Meier. Zunächst galt es, den  Notruf am Übungstelefon richtig abzusetzen. Dann folgten Aktionen zu den Themen Straßenverkehr, Menschenrettung, Wassertransport und Brandbekämpfung.

Das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) aus dem Jahr 2016 hat die Gründung von Kinderfeuerwehren in Nordrhein-Westfalen erst möglich gemacht. Sie stehen für Knirpse im Alter von sechs bis neun Jahren offen. „Ziel ist es, die Kinder spielerisch für die  Gefahren des Alltags zu sensibilisieren und die Aufgaben der Feuerwehr zu erklären“, erläuterte die Kreisjugendfeuerwehrwartin. Die „Löschzwerge Rödinghausen“ und die „Feuerfüchse Kirchlengern“ hatten im Kreis Herford die Vorreiterrolle übernommen. Im letzten Jahr kamen die „Feuerdrachen Herford“ hinzu und im Mai dieses Jahres die „Blaulichtkids Vlotho“.

„Nun wurde es Zeit für einen gemeinsamen Kinderfeuerwehr-Erlebnistag“, meinte Meier. Der startete am späten Samstagvormittag an der Station „Notruf“. Fasziniert standen Isabella (8), Eibhlinn (7), Luke (8), Jonas (8) und Daniel (7) vor dem Modell einer dreigeschossigen Stadtvilla. Binnen Sekunden füllte sich das Wohnzimmer des sogenannten Rauchdemohauses, das einem Puppenhaus ähnelt, mit künstlichem Rauch. Isabella griff zum Übungstelefon und verständigte die Feuerwehr. „Notruf, Feuerwehr-Rettungsdienst: Wo genau ist der Notfallort?“, mit diesen Worten meldete sich Nora Sickmann am anderen Ende der Leitung. Sie ist im Hauptberuf Leitstellendisponentin und startete die Standardisierte Notrufabfrage (SNA). Die achtjährige Isabella gab daraufhin ihre Adresse durch und schilderte, was genau passiert ist. „Wichtig ist,  den Kindern die Hemmung davor zu nehmen, im Notfall die 112 zu wählen“, erklärte Sickmann.

Die Beladung der Feuerwehr-Tretautos (Modell Mercedes-Benz Unimog) stand im Anschluss auf dem Programm. Dabei erkannten die Nachwuchsfeuerwehrleute schnell: Atemschutzmaske, Handlampe, Leinenbeutel, Funkgerät und D-Schlauch gehörten zur Ausrüstung, während Stofftiere, Kartenspiel und Zollstock nicht dazu zählten. Mit den Feuerwehr-Unimogs kurvten die Sechs- bis Neunjährigen anschließend durch den vorbereiteten Parcours. Im Einsatzfall gehe es darum, dass der Fahrer bzw. Maschinist die Mannschaft sicher zur Einsatzstelle bringe, so Fabian Stadelmann, stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart. „Deshalb lernt bereits der Feuerwehrnachwuchs bei einer solchen Übung, die Verkehrszeichen zu erkennen und zu beachten.“ Am „Einsatzort“ angekommen, rüsteten sich die „Löschbambinis“ mit Übungs-Atemschutzgeräten aus. In kleinen Gruppen überprüften sie einen abgedunkelten Raum im Gerätehaus. Am Ende fanden sie mehrere Stofftiere und brachten sie „in Sicherheit“. Nach der Rettungsaktion startete die Wasserkette. Mit der Kübelspritze führten Paul (8) und Lilly (9) von den „Blaulichtkids“ anschließend die Brandbekämpfung am Übungshaus durch. Weitere Geschicklichkeitsspiele folgten. Im Gerätehaus stärkten sich die Nachwuchsfeuerwehrleute mit Hotdog-Brötchen und Getränken.

Am Nachmittag stand schließlich die Siegerehrung auf dem Programm, bei der es keine Verlierer gab. Jedes Kind bekam eine persönliche Urkunde und eine süße Überraschung überreicht. Natascha Meier stellte eine Neuauflage der Veranstaltung in Aussicht. „Im nächsten Jahr sehen wir uns hoffentlich beim 2. Kinderfeuerwehr-Erlebnistag wieder.“

 

                                                                                                                            Jens Vogelsang

                                                                                                                            KFV Herford